Die Sommerfrische der k.u.k. Monarchie Semmering – Rax – Schneeberg

19.06.2016 0:00 Uhr

Unsere Literatur- und Kulturreise führt in die traumverlorene Zeit des Endes der Habsburger Monarchie. Mit dem Bau der spektakulären Hochgebirgsbahn über den Semmering, Mitte des 19. Jh. wurde das Semmering-Rax-Gebiet zur bevorzugten Sommerfrische der Wiener Gesellschaft. Kaiser Franz Josef, seine Gemahlin Elisabeth, genannt Sisi, und die Kinder waren viele Jahre lang zur Sommerfrische hier. In ihrem Gefolge der Hochadel und die reichen Industriebarone. Mit ihnen kamen berühmte Wissenschaftler. Vor allem die Begründer der Psychoanalyse, Siegmund Freud und Victor Frankl. Mit Fug und Recht kann man die Rax den Schicksalsberg der Psychoanalyse bezeichnen.

Unzählige Künstler der sogenannten Wiener Moderne fanden sich ein, Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Franz Werfel, Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal, Heimito von Doderer, Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Oskar Kokoschka, um nur einige wenige zu nennen, die hier, nur eine Bahnstunde südlich von Wien, bahnbrechende und unvergängliche Werke erdacht und geschrieben haben und sich von den anstrengenden Nächten in Wiener Kaffeehäusern erholten, wovon unzählige Geschichten und Anekdoten berichten. Wir, die Kulturwissenschaftlerin Wilma Pfeiffer und der Historiker Prof. Dr. Muck Stelzle, werden sie erzählen und sie sachkundig und mit viel Humor durch die Kulturge-schichte und die Literatur des Fin de siecle führen. Wir wohnen im Payerbacherhof, einem Haus mit 150jähriger Vergangenheit, das behutsam der neuen Zeit angepasst wurde und dessen Wirt uns auf das Herzlichste umsorgt. Das Hotel verfügt über einen Wellnessbereich, einen großen Garten und Räumlichkeiten, in die wir uns zurück ziehen können. Die alte Wirtsstube aber ist immer noch der tägliche Treff der Einheimischen.

Charakter der Reise:
Fast jeden Tag werden wir genügend Zeit für uns selbst haben, für einen Besuch im Kaffeehaus und im Mehlspeisentempel, für einen Schoppen Wein und die Muße, die Erholung und Kreativität ganz einfach braucht. Mit Auto oder Bahn in Payerbach angekommen, brauchen wir kein Auto. Wir benützen die öffentlichen Verkehrsmittel oder einen Kleinbus. Unsere täglichen Ausflüge sind nicht anstrengend, eher gemüt-lich. Und sie sind angefüllt mit Geschichte und Geschichten, die ihnen die Sommerfri-sche der K.u.K. Monarchie erlebbar machen sollen.
Das nachfolgende Programm ist nach Tagen aufgeschlüsselt, kann aber durchaus variieren, denn es wird elastisch an die Wetterverhältnisse und an die Abfahrtzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel angepasst

So.: Anreise
Im Laufe des Tages Anreise und Einchecken im Payerbacherhof. Nach dem gemein-samen Abendessen und dem obligaten Kennenlernen gibt es einen einführenden Vortrag zur Kulturgeschichte der Zeit des letzten Kaisers, bei Bedarf natürlich mit einem Glas Wein.

Mo.: Höllental und Dichterhimmel wie
Mit dem Bus oder der Museumsbahn und anschließend zu Fuß führt uns der Weg durch das Höllental nach Kaiserbrunn. Auf dem Weg lernen wir „höllische“ Sagen und himmlische Ausblicke kennen. Das Höllental war nicht nur spektakuläres Ausflugsziel vieler Schriftsteller wie Peter Altenberg. Von hier haben viele Jahre lang die kaiserli-chen Wasserreiter täglich das gute Wasser in die Residenz nach Wien transportiert. Auf einem Weg, dem heute noch die Wiener Hochquellenleitung folgt.
Abendprogramm: Peter Altenberg

Die.: Villen und Schlösser
Drei Minuten mit dem Bus und wir sind am Kurpavillion von Reichenau. Von dort aus machen wir einen Spaziergang durch das einmalige Villenviertel, dessen Jugend- und
Heimatstil-Villen hervorragend erhalten sind. In diesen Villen ist die Geschichte der ausgehenden Habsburger Monarchie verborgen. Wir werden sie in Geschichten erleben. Höhepunkt ist das Schloss Wartholz. Hier hat Karl VI., der letzte Kaiser, gelebt und regiert, hier wurde sein Sohn Otto von Habsburg geboren. Auf unserem Weg treffen wir auf die Schriftsteller Peter Altenberg, Ferdinand Raimund, Nikolaus Lehnau und viele andere.
Abendprogramm: Das Tal der Schriftsteller

Mi.: Doderer und das Geheimnis der Rax
Wir fahren wir mit der Gondelbahn auf die Rax und spazieren über die Hochfläche hinüber zum Otto-Haus. Dort treffen wir legendäre Alpinisten und Schriftsteller, zum Beispiel Peter Rosegger. Sigmund Freud ist nicht nur jede Woche ein paar Mal herauf gesteigen, sondern hier auch einem ganz berühmten seiner grundlegenden Fälle begegnete. Und Victor Frankl hat auf der Rax wesentliche Teile seiner Existenzana-lyse entwickelt.
Nachmittags spazieren in die Prein und begeben uns auf die Spuren von Heimito von Doderer. Das sommerliche Familienleben dort war Vorbild für viele Passagen in seinem berühmten Roman „Die Strudlhofstiege“, denen wir uns ausführlich widmen werden.
Abendprogramm: Heimito von Doderer

Do.: Skandalnudel Alma Mahler-Werfel
Auf dem Kreuzberg oberhalb Payerbachs hatte die berüchtigte Alma Mahler-Werfel ihre Sommervilla. Dort treffen wir ihre berühmten Männer und einige ihrer nicht minder bekannten Liebhaber, dazu schwärmende Verehrer wie Arthur Schnitzler und scharfe Kritiker wie Stefan Zweig und erfahren von einem skandalträchtigen Leben jenseits der Konvention.
Mit dem Bau eines Landhauses, in dem wir Kaffee und Mehlspeis genießen können, bewies der berühmte Architekt Adolf Loos, dass man Berghäuser nicht unbedingt im Jodelstil bauen muss.
Abendprogramm: Alma Mahler-Werfel und ihre Liebhaber

Fr.: Luxus auf dem Semmering
Es wird Zeit, mit dem Zug auf der spektakulären Trasse von 1852, heute zum Weltkulturerbe zählend, auf den Semmering zu fahren. Edelsommerfrische und Kurort bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zwischen Südbahnhotel und Panhans künden viele Gründerzeitvillen von Protz und Luxus vergangener Tage. Alfred Polgar, Karl Kraus, Stefan Zweig, Felix Salten, Peter Altenberg und viele andere haben diese Zeit in großen Texten verewigt.
Abendprogramm: Stefan Zweig

Sa.: Der Thalhof: Schnitzler und Musil
Der Vormittag ist Payerbach gewidmet: den Villen, dem Friedhof, dem Kurpavillon und dem Erbauer der Semmering-Bahn Ritter von Ghega.
Der bekannten Reichenauer Familie Waissnix begegnen wir zum ersten Mal auf dem Schlossplatz von Reichenau. Weiter geht’s zur Rudolfsvilla, in der der Kaisersohn
und seine Schwester Gisela oft in Sommerfrische waren, später eine der ersten Wasserkuranstalten der Monarchie. Ziel unseres Spaziergangs ist der Thalhof. Ein legendäres Hotel, auf dessen Terasse Schnitzler mit Olga Waissnix Schach spielte und seine amorösen Abenteuer plante, Robert Musil um Gesundheit und Texte kämpfte und Peter Altenberg schon als Richard Engländer da war. Ein schwelgerischer Nachmittag.
Abendprogramm: Arthur Schnitzler und Abschied

So.: Heimfahrt nach dem Frühstück
Eine gute Stunde fährt der Zug nach Wien. Eine gute Gelegenheit, vor der endgültigen Heimreise auf eigene Faust noch einen Ausflug zur Strudlhofstiege oder einen Bummel zu machen. Oder möchten Sie lieber noch ein paar verträumte Tage in der Sommerfrische im Payerbacherhof bei Heinz Hübner verbringen?

Leistungen:
7 Übernachtungen mit Halbpension im Payerbacherhof
2 kompetente Begleitpersonen
alle Fahrten ab Payerbach, Führungen und Eintrittskarten
Informationsmaterial und Lesemappe

Preis: 980.00 €, Einzelzimmer zuzüglich 160 €


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